Patientenguide · Checkliste für Angehörige
Checkliste für Angehörige von
Krebspatienten: Wie Sie wirklich helfen
Wenn ein nahestehender Mensch an Krebs erkrankt, verändert das auch Ihr Leben. Sie wollen helfen – aber wie? Diese Checkliste gibt Ihnen konkrete Orientierung: von den ersten Tagen nach der Diagnose über die Begleitung im Alltag bis zur langfristigen Unterstützung – und dazu, wie Sie auch auf sich selbst achten können.
Stand: Mai 2026 · Kein Ersatz für professionelle Beratung
Für Angehörige gilt: Auch Sie sind von der Diagnose betroffen – emotional, organisatorisch und oft auch beruflich. Nehmen Sie Ihre eigene Belastung ernst. Nur wer selbst stabil ist, kann langfristig gut begleiten. Diese Checkliste gehört zu unserem Patientenguide.
Sofort nach der Diagnose
- Ruhe bewahren – auch für sich selbst zulassen
- Den Betroffenen aktiv zuhören, ohne zu drängen
- Keine ungebetenen Ratschläge aufzwingen
- Aktiv fragen: „Was brauchst du gerade?"
- Eigene Reaktion und Gefühle zulassen – Trauer und Angst sind normal
- Informationen gemeinsam sammeln – nicht alleine recherchieren und überwältigt werden
Arzttermine begleiten
- Fragen für das Gespräch vorab gemeinsam notieren
- Mitschreiben oder um Erlaubnis zur Aufnahme bitten
- Beim Verstehen von Diagnose und Therapieplan helfen
- Zweitmeinung gemeinsam recherchieren und begleiten
- Befunde und Arztbriefe gemeinsam aufbewahren und ordnen
Alltag gemeinsam organisieren
- Haushalt und Besorgungen übernehmen oder koordinieren
- Mahlzeiten planen und vorbereiten – angepasst an Bedarf und Verträglichkeit
- Fahrten zu Behandlungen und Terminen organisieren
- Kinderbetreuung regeln, falls nötig
- Aufgaben im Freundes- und Familienkreis verteilen – Hilfe koordinieren
- Hilfsangebote annehmen lernen – Ablehnen kostet Kraft
Kommunikation im sozialen Umfeld
- Mit dem Betroffenen absprechen: Wer soll informiert werden – und wie viel?
- Familie und Freunde koordiniert und einheitlich informieren
- Arbeitgeber des Betroffenen falls nötig einbeziehen
- Kinder altersgerecht und ehrlich informieren
- Grenzen des Betroffenen gegenüber dem Umfeld kommunizieren und schützen
Emotionale Unterstützung geben
- Präsenz zeigen – einfach da sein, ohne Druck zu erzeugen
- Schweigen aushalten können – nicht jede Stille braucht Worte
- Nicht bagatellisieren oder zu positiv überreden: „Das wird schon" tut oft nicht gut
- Eigene Ängste nicht auf den Betroffenen projizieren
- Gefühle des Betroffenen ernst nehmen – auch wenn sie sich verändern
- Professionelle Hilfe (Psychoonkologie, Seelsorge) ansprechen, wenn nötig
Selbstfürsorge als Angehöriger
- Eigene Belastung wahrnehmen und ernst nehmen – nicht ignorieren
- Angehörigenberatung in Anspruch nehmen (Krebsberatungsstellen, Krebshilfe)
- Austausch mit anderen Angehörigen suchen – Selbsthilfegruppen für Angehörige
- Eigene Auszeiten einplanen ohne schlechtes Gewissen
- Psychologische Unterstützung bei anhaltender Belastung suchen
- Eigene Gesundheit nicht vernachlässigen – Arzttermine wahrnehmen
Finanzielles und Rechtliches klären
- Pflegeleistungen und Pflegegeld bei der Krankenkasse prüfen
- Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz für Freistellung prüfen
- Freistellung vom eigenen Arbeitgeber anfragen
- Vollmachten und Verfügungen des Betroffenen kennen und bereithalten
- Sozialberatung gemeinsam aufsuchen – Krebsberatungsstellen beraten kostenlos
Langfristige Begleitung
- Regelmäßige Nachsorgetermine begleiten und unterstützen
- Veränderungen im körperlichen und seelischen Befinden aufmerksam wahrnehmen
- Mögliche Rückfall-Symptome kennen und offen ansprechen
- Gemeinsam eine neue Normalität finden – Geduld mit sich und dem Betroffenen
- Qualifizierte Fachkräfte auf Holistic Sanitas für Begleittherapien nutzen
- Langzeitunterstützung aktiv einfordern – Bedarf muss nicht aufhören, wenn die Therapie endet
Häufige Fragen von Angehörigen
Wie kann ich als Angehöriger einem Krebspatienten helfen?
Darf ich als Angehöriger zu Arztgesprächen mitkommen?
Wie schütze ich mich selbst vor Überlastung als Angehöriger?
Welche finanziellen Hilfen gibt es für pflegende Angehörige?
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